Wertschätzende Feedbackgespräche im Kufunda Lerndorf

Letzten Monat war ich im südlichen Afrika unterwegs. Meine erste Station war Simbabwe und das Lerndorf Kufunda (30 min im Umland der Hauptstadt Harare). Eines der Projekte dort, die einen starken Bezug zu meiner Arbeit hier in Deutschland haben, ist die Jugendarbeit im Lerndorf.

Als ich vor Ort war, ging gerade das einjährige informelle Ausbildungsprogramm für Jugendliche aus umliegenden Dörfern zu Ende (mehr Informationen zum Programm gibt es hier). Die 16 Jugendlichen sind zwischen 17 Jahren und Mitte 20, viele haben ihre Eltern in jungen Jahren verloren, können das Schulgeld nicht aufbringen und fallen somit durch das Raster des staatlichen Bildungssystems.

Im Laufe des Jahres haben diese Jugendlichen sich mit Aspekten von nachhaltigen Lebensformen beschäftigt: mit Prinzipien der Permakultur, die Grundlagen von Heilkräutern, den Anbau von Pilzen in Gewächshäusern, persönlichen Leadership-Fähigkeiten erprobt beim Aikido Training oder in der Teamarbeit im Seminarzentrums Kufunda.


Im Kräuterlabor bei der Vorbereitung des Abschlußessens für die Jugendlichen

Zum Ende des Programms sollte es nun einen reflektiven Abschluss geben. Ich erzählte von einer Übung, die wir bei dem Seminar Persönlichkeitsbildung der START-Stiftung in Deutschland mit Jugendlichen mit Migrationshintergrund einsetzen: nach einer Selbsteinschätzung von persönlichen Stärken und Schwächen, rufen die Jugendlichen aus dem Wochenendseminar heraus 3 Personen an, die ihnen nahe stehen (Familie, Freunde, Lehrer, START-Betreuer, etc.), um eine Fremdeinschätzung zu ihren Stärken und Schwächen zu bekommen.


Der Zeitplan für die Feedback-Runden in Kufunda

In Kufunda wurde diese Übung abgewandelt durchgeführt: an 3 Tagen trafen sich jeder der 16 Jugendlichen in Gruppen mit den Erwachsenen aus Kufunda, um im Dialog wertschätzendes Feedback über ihre Arbeit in Empfang zu nehmen. Zusätzlich nahm jeweils ein Jugendlicher an den Gesprächen eines anderen Jugendlichen teil.

Im Alltag bekommen junge Menschen meist nur Feedback dazu, was sie nicht so gut machen und so fällt es schwer, die eigenen Talente zu entdecken und zu pflegen. Auch lernen wir in unserem Bildungssystem vor allem, unsere Welt defizitorientiert zu analysieren: „Was funktioniert nicht?“.

Diese Übung setzt darauf, was die Jugendlichen gut können und was sie in Zukunft bewusst einsetzen wollen, um ihr Leben und ihre Gemeinschaft positiv zu gestalten.

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