Lebensorientierung an Schulen? – unser Workshop an der ESBZ


An alle Future@Ucation Workshop Teilnehmer und natürlich auch an alle Interessierten, hier kommt die Zusammenfassung unseres Design Thinking Workshops, welcher am 26.02.2011 an der ESBZ in Berlin stattgefunden hat.
Ziel war es, unterschiedliche inspirierende Menschen zusammenzubringen – so hatten wir Teilnehmer von den Visionauten oder auch von Rock Your Life – und mit ihnen den Design Thinking Prozess zum Thema „Berufs- bzw. Lebensorientierung an Schulen“ zu durchlaufen. Wir starteten mit einer vom Team schon vorbereiteten Researchphase, in der wir unter anderem Ressourcen aus dieser Linkliste nutzten und auch einige Leute zu diesem Thema vor Ort einluden. Teil der Vorbereitung war es auch, Schüler zu interviewen und Lehrer nach ihren Erfahrungen zu fragen. Zunächst schienen viele Felder und Problematiken bekannt zu sein, ein alter Hut quasi und schwer angehbar. Doch schnell taten sich im Laufe des Austauschs neue Möglichkeiten und Ideen auf. Mögliche Ursachen wurden von den Teilnehmern hinterfragt und Umstände, sowie Bedingungen konkretisiert. Schliesslich entstanden aus den zwei bearbeitenden Teams zwei unterschiedliche Szenarien bzw. Personas:

fiktive Persona Team 1:
Jaquelin, 16 Jahre
geht nach der 10. Klasse von der Schule -> Realschulabschluss
große Schwester (19 J., Sabine) studiert Medizin, erfolgreich -> Lieblingstochter
•    kein Bock mehr auf Schule
•    weiß nicht was sie will
•    keine so guten Noten
•    sieht keinen Sinn in Schule
•    keine Orientierung von Schule
Hobbies: chatten, Sport: Kung-Fu
Wunsch: Anerkennung, Geld, Spaß
Problem: 10. Klasse Schulabgänger fühlen sich als Mensch 2. Klasse im Vergleich zu denen, die Abi machen
Wie können wir Jaquelin helfen ihr Selbstwertgefühl zu stärken?

fiktive Persona Team 2:

Nach einer sonnigen Mittags-Pizza-Pause war es im zweiten Teil des Workshops Ziel eine Lösung für Kevins und Jaquelins Problem zu finden. Ein paar Post-its und mehrere spannende Brainstormings später wurden diese dem jeweiligen anderen Team präsentiert.

Team 1 verhalf Jaqueline vom „schwarzen Schaf zum schwarzen Gürtel“, indem Jaqueline dazu ermutigt wird eine Kung-Fu AG für Schüler, Lehrer und auch Eltern zu geben und dadurch ihr Selbstvertrauen durch „Selbstschaffung“ zu stärken. Hierarchien werden aufgebrochen, denn Jaqueline zeigt Erwachsenen etwas, was diese nicht können. Die Wertschätzung ist hier unabhängig von Noten. Im zweiten Teil der Lösungsidee besucht Jaqueline eine Familie oder einen Erwachsenen, welcher in ihrem Wunschberuf arbeitet. Insgesamt sind vier solcher Besuche angedacht. Ziel war es, Jaqueline nicht nur den Beruf in seiner ganzen Realität zu zeigen, sondern ihr auch zu verdeutlichen, was dies für das Privatleben bedeutet. Der Austausch mit der begleitenden Person kann dabei fruchtbarer als jeder Besuch bei der Berufsberatung sein.

Team 2 entwickelte hingegen für Kevin einen 6 wöchigen Segeltörn. Frei nach Hemmingway soll hier die „Sehnsucht nach dem Me(h)er“ bedient werden und Kevin mit verschiedensten Verantwortungsbereichen konfrontiert werden. So darf er auf dem Schiff routieren und dem Koch, dem Kapitän, den Matrosen und weiteren Akteuren zur Hand gehen. Dabei gibt es auch mehrere Landgänge, bei denen er seiner Leidenschaft, dem Fussball in den unterschiedlichsten Clubs nachgehen kann. Durch die Verbindung seines Hobbies mit verantwortungsvollen Aufgaben wird Kevin in seiner Eigenständigkeit gestärkt und bekommt einen Einblick in unterschiedliche Rollen. Die Erfahrungen aus diesem Abenteuer und die ersten Einblicke in verschiedene Berufsrollen sollten für ihn eine Art Initialzündung in die selbstständige Berufswahl sein.

Interessant an der Ergebnissen ist, dass alle Lösungen ausserhalb des Bereichs Schule stattfinden und sich mehr in den Alltag integrieren. Weiterhin werden authentische Vorbilder bevorzugt, welche den Arbeitsalltag realistisch darstellen und nicht aus dritter Hand in einer Beratungssituation erklären. Auch der Bezug zu und Austausch mit Erwachsenen in einer nicht-hierarchisierten Situation scheint von Bedeutung zu sein.

An dieser Stelle möchte ich mich nochmal bei allen Teams und Teilnehmern bedanken, es wurde wirklich super Arbeit geleistet.

P.S. Ein erstes Teilnehmerfeedback gibts auch schon hier. Danke Antje 🙂

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Eine Antwort zu Lebensorientierung an Schulen? – unser Workshop an der ESBZ

  1. Pingback: Design Thinking Workshops am 26. und 27. Februar in Berlin | Antjes Blog

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