Brief an L.F. – TanzZeit Jugendcompany


Foto: Marion Borriss

Berlin. Freitag morgen 10:30 Uhr. Berliner Schulklassen betreten das Theater an der Parkaue, um das Stück „Brief an L.F.“ von Livia Patrizi und Florian Bilbao anzusehen. In der belebten Eingangshalle warten alle gespannt. Um 11 Uhr dürfen die Schüler endlich eintreten.

Brief an L.F, die Buchstaben „L“ und „F“ stehen für Livia und Florian, die Choreographen des Stücks. Die Aufgabe der Schüler war es, täglich Briefe an beide zu verfassen. Daraus entstanden Choreographien und Inhalte des Stücks.

Die Vorstellung wird durch eine „Lecture Perfomance“, entwickelt von Hanna Hegenscheidt und Ulrich Huhn, eingeleitet. Es geht darum, Tanzgeschichte den Schülern nahezubringen. Vier Tänzern der Jugendcompany erörtern die Frage: „Was ist zeitgenössischer Tanz und woher kommt er?“ Es tauchen weitere Fragen auf, wie „Wann beginnt Tanz?“, „Ist Tanz eine Sprache?“ und „Welche Rolle spielt der Raum?“


Foto: Marion Borriss

Das Stück beginnt. Aus den Briefen an L.F. entsteht eine Reise, auf der sich die Tänzer befinden. Aufstand, Chaos, Grenzen, Fremdbestimmung und eigenes Weiterkommen sind zentrale Themen der Aufführung. Man spürt den Wunsch der Tänzer nach individuellem Vorankommen, welches jedoch immer wieder durch Andere gestoppt und gehindert wird. Sie laufen teilweise kraftvoll in starken, abrupten und kantigen Bewegung umher und stoßen dabei aneinander. Ein schönes Zusammenspiel von Individuum und Gemeinschaft. Unterstützt wird das Spektakel durch Musik und Gesang der Tänzer. Beeindruckende Sprünge, Flugversuche und darauf folgende Stürze machen das Spiel lebhaft interessant. Jeder nimmt seine persönliche Rolle ein. Mal wild aus sich herauskommend, mal ruhend oder geradeaus laufend. Es gibt keine Regeln.


Foto: Marion Borriss

Im Anschluss folgt eine Diskussionsrunde. Die Company stellt sich vor, Unklarheiten sollen geklärt werden. Verwirrung unter den Schülern macht sich bemerkbar. Eine häufige Frage der Schüler ist „Was war der Sinn?“. Einen Sinn, oder ein bestimmtes Ziel wurde mit dem Stück nicht verfolgt. „Verfall als Besserung“ , „Raus aus Zwängen“ und „Zurück zur Kindheit“ könnten Motive für den Inhalt sein. Eindrücke, die den Schülern bleiben, sind unbestimmt und offen, wie es oft in der Kunst ist. Was sie mit Tanz verbinden ist: Bewegung, Hip Hop, Beruf, Kreativität, Rhythmusgefühl, Hobbys, Street Dance, Musik und Spass.

Toll ist, dass Schulklassen mit dem Tanzpaket INCORPO die Möglichkeit haben, sich Tanzstücke anzusehen, einen Eindruck von zeitgenössischem Tanz erhalten und somit Kultur erleben. Auch wenn die Bewegungen für sie ungewohnt und vielleicht auch befremdlich erscheinen, gehört Tanz zur Kultur wie Musik und Kunst.

Die Jugendcompany bietet Schülern ein authentisches Bild von zeitgenössischem Tanz. Sie besteht aus Jugendlichen, die keine professionellen Tänzer sind. Mit ihnen können sich die Schüler gut identifizieren. Die Tänzer kommen zur Jugendcompany durch TanzZeit an Schulen und Castings.

Eine nächste Aufführung der Jugendcompany ist „W.H.A.V.T.?-Wer hat angst vor Tanz“ von Livia Patrizi, die am 12.04 aufgeführt wird. Wir sind gespannt und hoffen sehr, dass viele Schulen in den Genuss kommen sich das Stück anzusehen!!!

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4 Antworten zu Brief an L.F. – TanzZeit Jugendcompany

  1. andreaatschool schreibt:

    Also ich fand das Stück ja toll. Die jungen Tänzer und Tänerinnen hatten soviel Ausdruck n den Augen und in ihren Bewegungen. Davon will ich mehr sehen 🙂 Finde den Bericht übrigens sehr informativ und gut geschrieben.

    • lindastapel schreibt:

      Dankeeee! Fand das Stück auch super!!!!
      Am 6. April gibt es ein Showing der AKADEMY in Berlin. Die gehören nicht zur TanzZeit, aber sind auch sehr gut. Werde darüber noch berichten:-). Alles weiter von TanzZeit natürlich auch.
      Grüße nach Berlin!!!!!

  2. fraukego schreibt:

    Aber, können wir für die nächsten Artikel neue Fotos bekommen? 😉

  3. andreaatschool schreibt:

    Ich glaube die Fotos zu den beiden Artikeln über „Brief an L.F.“ sind gleich, weil es eben das gleiche Stück ist. Neues Stück, neue Fotos 🙂
    Grüße nach HH!

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