Warum wir mit Moodle nicht arbeiten wollten

Seit Anfang des Jahres haben Claire und Sune von der Alice Salomon Hochschule ihr Praktikum im Rahmen ihres Studiums der Sozialen Arbeit bei future@ucation gemacht.

Dies ist ein selbstgestaltetes Praktikum, für das es viel Überzeugungskraft brauchte, um die Kriterien der Praktikumsordnung zu erfüllen.

Um unsere Team- und Projektarbeit zu koordinieren und zu dokumentieren, haben Claire und Sune eine Moodle Gruppe als Kurs über die Moodle Plattform an ihrer Hochschule eingerichtet.

Ein paar Wochen später wunderten wir uns, warum Moodle als Arbeitsplattform nicht angenommen wurde.

Gerade eben habe ich mir den Vortrag von dieser Woche zum OpenCourse 2011 angeschaut. Prof. Dr. Michael Kerres von der Universität Duisburg Essen spricht dort über Lernmanagementsysteme und persönliche Lernumgebungen.

Eingebettet in seine Präsentation ist das Video von einer Konferenz mit dem Workshop The VLE is Dead.

Da es sich bei Moodle auch um ein VLE (Virtual Learning Environment) handelt ist mir anhand der dortigen Argumente klar geworden, warum Moodle für uns nicht funktioniert hat – es passt einfach nicht zum Lernansatz von future@ucation:

  • laut ihrer Webseite ist Moodle ein Kurs bzw. Lern Management System, also kein Projektmanagement- oder Teamorganisations-Werkzeug
  • Moodle ist des weiteren ein Content Management System, das den Wissenstrichter aus dem Bildungsmodel des Industriezeitalters ansetzt – und dieses Bildungsmodel wollen wir mit future@ucation ja verlassen
  • die Moodle Plattform gehört und wird von einer Institution eingerichtet (meist von Menschen, die sich mit der Technologie auskennen, aber nicht mit Lernprozessen) – wir als Nutzer und Lerner können da nur begrenzt mitgestalten und Inhalte des Moodle können im Sinne des Social Learnings nur sehr schlecht mit der Aussenwelt geteilt und weiter entwickelt werden
  • bei Moodle wird Lernen gemanagt und kontrolliert – wir wollen lebendiges Lernen in selbstorganisierten Lernräumen inner- und ausserhalb des Bildungssystems gestalten! Ach ja, und das auch noch online und offline😉

Nachdem Moodle für uns gestorben ist, besteht nun unsere jetzige personalisierte online Lernumgebung aus:

  • PiratePads: zur Zeit arbeiten wir sehr effektiv in Skype-Treffen, um unser Konzept mit Vision, Mission und Angeboten zu erarbeiten
  • eine interne Teamgruppe bei Facebook, um mal schnell eine Frage in die Runde zu werfen, Veranstaltungen anzukündigen oder einen interessanten Link zu diskutieren
  • Reflexion unserer eigenen Lernerfahrungen auf diesem Blog

…was immer noch auf meiner ToDo-Liste steht ist das Ausprobieren von bettermeans für die kollaborative Projektarbeit bei future@ucation.

Quelle: http://xkcd.com/802/
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3 Antworten zu Warum wir mit Moodle nicht arbeiten wollten

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